Wir hatten treffsicher den Termin gewählt, an dem das stabile Hitzehoch des Sommers 2026 seine erste Schwächephase zeigen sollte . Frühe Abfahrt, um am Aufstiegstag Optionen zu haben, bei der Anfahrt nach Kaisers schüttete es trotzdem schon, aber am P zur Bodenalp angekommen, war es dann trocken. Auf kommunikationsfreundlichem Fahrweg ging es bei freundlicher Stimmung und schöner Kulisse ins Almajurtal, dann links rauf durch steilen Wald, Terrassen und Erlenboschengelände. Oben raus dann schöne Wiesenböden und mehr Sonne zum Empfang auf der Hüttenterasse. Nachdem wir eingecheckt waren - etwas komplex wegen Bettwanzenmanagnennt -
eine kleine Lagebesprechung und Gewittercheck.Ergebnis: Stanskogel sollte noch ausgehen. Zuerst noch recht freundlich,
später einzelne Regenschleier das Almajurteil herüber, im Verwall ziemlich
Schwarz , so eine leicht dramatische Stimmung beim hinüberweg zum vorspringenden Kreuzgipfel. Dementsprechend kurze Gipfelzeremonie, beim Rückweg übern Vorgipfel nochkurzer Schauer und Donnerschläge über Riffler. Weiter unten beruhigt sich das Wetter wieder,so gibt's noch einen Extragipfel, und erst später, als wir 7 uns in die voll besetzte Stube quetschen, kommt planmäßig die größereFront.Nach dem Essen Ankündigung von besonderem Service, es gibt extra frühes Frühstück, damit die angekündigte Morgenaufhellung gut genutzt werden kann.Die Stube leert sich etwas, noch ein halbes Stündchen entspannt sitzen,dann ins Bettchen.Frühes Frühstück und Aufbruch, die aufgehende Sonne beleuchtet Weisschrofenspitzen, Valuga und Roggspitze plastisch. Weiter freundlicheMorgenstimmung auch bei den Querungen unter dem Stanskogel hindurch Richtung Kaiserjoch, kürzere ausgesetzte und abschüssige Passagen erfordern Konzentration, danach wieder offene Sinne für die Stimmungen. Am letzten Sattel kurzer Radarcheck, nein, keine 30 Zusatzminuten mehr drin für zusätzlichen Gipfel, lieber zügig weiter. Am letzten Gupf vor dem Kaiserjochjaus sieht man die dunkle Front hinter der Valesinspitze hereindrücken, und wie laufen direkt am Haus ein, als die Front das Kaiserbachtal hereingejagt kommt. Drinnen ist gut sitzen, während es draußen tobt, aber auch leicht skurill, da es im strömenden Regen auf der Hütte fast kein Waser mehr gibt, die Quelle weiter unten im Hang liefert nur noch tröpfchenweise Nachschub. Für einen 2ten Kaffee reicht's trotzdem, und als der Apfelstrudel verputzt ist, lässt es draußen langsam nach. Dann wird die Niederschlagspause gleich genutzt und der Abstieg zur Kaiserbachalm angegangen, wobei es zusehends freundlicher wird . Der Abstieg zieht sich, kurzer Brotzeitstop bei der Alm, dann das Tal hinaus. Als wir dann die steilen Wiesenhänge mit den hingeklebten Höfen von Kaisers erblicken, kommt gerade die Hauptfront hinter Piemig reingekrochen, welche unseren Regenschirmen auf den letzten 20 min zum P auch noch ihre Existenzberrechtigung verschafft. Aber mit unserem - oder dem vom Wettergott - können wir Recht zufrieden sein. Bei der Fahrt das Lechtal hinaus schüttete es weiter und weiter, so dass selbst ein Zaghaft er Einkehrversuch wieder abgebrochen wurde, was sich im
Nachhinein als sehr vorteilhaft erwiesen hat (spezielle Rettungsmission
konnte vom Touleis rechtzeitig durchgeführt werden).