Bild beim Wandern mit Felsen  | © Helmut Rasch

Bergtour: „Liechelkopf“ Walsertal, Gemsteltal

27.06.2026

Tourenleiter: Helmut Rasch Teilnehmeranzahl: 4 

Nach einem ersten Treffen um 6.00 Uhr am Stadionrestaurant in MOD mit Verladung der E-Bikes gings zum Parkplatz Weiher in Mittelberg/Kleinwalsertal. Nach kurzer Fahrt bergauf trafen sich alle Teilnehmer an der Schönesboden Alpe, zur Vorstellung und einem Gruppenfoto. Schon nach wenigen Schritten auf dem weglosen Aufstieg begann das zwanglose Kennenlernen der 3 Marktoberdorfer und der Teilnehmerin aus Kempten/Ahegg. Gleich beim herrlich kühlen Weg durch den Wald stellten sich die Talente der Wanderer heraus: Helmut findet quasi jeden Weg, auch wenn da nur wenig davon zu sehen ist und eine Teilnehmerin kennt nicht nur die lateinischen Begriffe, sondern auch die Namen der herrlichen Pflanzen die am Wegrand so blühten. So wurden Küchenschelle, Berghähnlein, lila und weiße Bergaster, Hornklee, Brillenschötchen, Silberwurz…. identifiziert und bewundert. Schnell erreichten wir nach dem Waldstück eine kleine idyllische „Hirtenbuben Hütte“ zur ersten Rast. Hier zeigten sich sogar die ersten Alpenrosen. 
Helmut erklärte, dass es jetzt weglos durch ein steiles Schotterfeld und Felsen (T4+, I.Grad) nach oben bis zur Scharte geht. Sicher und zielstrebig schritt er gleich voran. Wir folgten und konzentrierten uns auf den Weg um nicht auszurutschen. Oder vielleicht nah an Felsen oder Gras sicherere Tritte zu haben. Professionell machte Helmut Trinkpausen und so überwanden wir die ‚bocksteile Flanke‘ eigentlich ganz gut, so dass wir uns nach guten 2 Stunden auf der Scharte auf ca. 2200 m befanden. 
Von hier aus sahen wir den Liechelkopf zum ersten Mal. Wieder weglos fand Helmut tolle Tritte, so dass wir nach weiteren 40 Minuten im recht steilen Gelände, auf dem Gipfel des Liechelkopfes standen. Voll idyllisch sind hier auf 2384 m drei ganz unterschiedliche ‚Gipfelkreuzchen‘ zu sehen. Nach fast professionellem Fotoshooting, freuten wir uns über unsere Brotzeit. Helmut zeigte hier wieder einmal mehr seine ‚Guidingqualitäten‘, weil er nicht nur Milka Schokolade im Gepäck, sondern auch exakt die Aufstiegszeit mit 3 Stunden (inklusive Pausen) vorhergesagt hatte. Auch und das ist wirklich faszinierend, kennt er quasi jeden der herrlichen Berge um uns mit den jeweiligen Aufstiegen. Hier am Liechelkopf kann man sich von der ‚Erhabenheit‘ der Berge schier nicht sattsehen. Mindelheimer Klettersteig, Trettach Spitze, Mädelegabel, Biberkopf, direkt vor uns das Walser Geißhorn, Widderstein, Ifen und und und. Das Beste, wir waren ganz allein, kein Mensch am Weg. Herrlich! Und das bei lauem Wind, der uns die Hitze des Tages nicht merken ließ. 
Souverän führte uns Helmut nach der Pause, durch teilweise steile Passagen wieder zurück zur Scharte und dann durch das Schotterfeld nach unten. Uns hatte es allen etwas ‚gegraust‘ vor dem steilen Abstieg, aber irgendwie ging es allen ganz gut und nach guten 1,5 Stunden bogen wir schon fast bei der idyllischen kleinen Hütte ein als eine Teilnehmerin einen besonderen Pflanzenfund machte: Ein ‚Frauenschuh-Orchidee‘ (Streng geschützt) zeigte sich in seiner ganzen Schönheit. 
Viel Freude hatten wir dann an der kleinen Hütte mit fließendem Quellwasser, bei der Helmut sein ‚obligatorisches Bier‘ genoss und wir die wirklich schön gefleckten ‚Schumpen‘ bewunderten. Selbstverständlich wurden diese in unser Fotoshooting aufgenommen. Nach von Helmut perfekt abgeschätzten weiteren 40 Minuten, durch den vor Frühlingsblumen gesäumten Waldweg abwärts, kamen wir wieder bei der Schönesboden Alpe an.  
So idyllisch wie die ganze Tour, zeigte sich auch diese Alpe mit herrlichem Yoghurt, Kuchen und frisch gebrühtem Kaffee. Alle Teilnehmer waren restlos begeistert von dem guten Miteinander, kannten sich doch die meisten Wanderer wenig bis gar nicht. Vor allem von der wunderbaren Tourenplanung und Durchführung von Helmut, dem es gelang die Gruppe zusammenzuführen und jeden Einzelnen und jede Einzelne dabei im Auge behielt. 
Gemeinsam radelten wir dann beschwingt bergab und freuen uns schon bei einer anderen Tour wieder aufeinander zu treffen. 
Nach der Ankunft beim Stadionrestaurant in MOD merkten wir erst, wie heiß der Tag eigentlich war. Beim Radeln und Wandern, war die Hitze nicht aufgefallen. 
 
Text: Gerti Kustermann  
Fotos: Helmut Rasch