Wanderer in steilem Gelände  | © DAV Allgäu Immenstadt

Kesselrunde und Hasentalkopf, Ammergauer Alpen

30.09.2026

 Mittwochstour der OG Marktoberdorf am 16.9.2026

Tourenleitung: Manfred Huber, Thomas Daufratshofer 
Bilder: Manfred Huber, Thomas Daufratshofer 
Bericht: Manfred Huber 


Das Beste gleich zu Beginn: Das Wetter hat mitgespielt und alle 14 Bergwanderer sind gesund und trocken wieder im Tal angekommen! 


Wegen der labilen Wetterlage mit Gewitter- und Regenprognose zum frühen Nachmittag, verlegten die beiden Guides Manfred und Thomas die Abfahrt in Marktoberdorf auf 07:15 Uhr, damit der Kenzenbus um 08:00 Uhr rechtzeitig erreicht wird. 
Alle Teilnehmer spielten mit und so konnte die Marktoberdorfer Alpenvereinsgruppe nach der Auffahrt zur Kenzenhütte um halb 9 Uhr mit der Kesselrunden Tour starten. 
Zunächst auf dem Forstweg bergauf bis unter den felsigen Aufbau des Vorderscheinbergs und später auf dem Bergpfad in östlicher Richtung zur Hirtenhütte. Nach dem Verlassen des Bergwaldes eröffneten sich gute Ausblicke zum Kenzenkopf im Westen, zur massiven Fels-gestalt der Hochplatte im Südwesten und zum Lösertalkopf im Osten. 
In mehreren Serpentinen gings aufwärts bis unter die Felswände des Lösertalkopfes und dann steil hinauf zum Lösertaljoch.  
Nach den knapp 400 Höhenmetern und einer Stunde Gehzeit war eine Trinkpause angesagt. Das auf 1680 m Höhe liegende Joch bietet schon sehr schöne Ausblicke insbesondere in östliche Richtung auf die Bergwelt des Graswangtales. Das sonnige Herbstwetter hielt noch an und wir machten uns mit wärmenden Sonnenstrahlen auf den Weiterweg bergan zum Scheinbergjöchl, das nach steilem, teilweise schrofigem Anstieg bald erklommen wurde. 
Nach kurzer Absprache und prüfendem Blick zur Wolkenentwicklung wurde entschieden, den Abstecher zum Hasentalköpfl zu wagen. Dieser über dem Kessel im Südosten markant auf-ragende Gipfel wird über ein kleines und anspruchsvoll spannendes Steiglein mit einigen Schrofenstellen (I) bestiegen. Mit der angebrachten Konzentration und Vorsicht stand die Wandergruppe bald auf dem knapp 1800 m hohen Gipfel, den ein kleines, handgemachtes Gipfelkreuzchen schmückt.  
Ein schöner Rundumblick und der umfassende Tiefblick auf den sog. Kessel - einer bergumrahmten Doline und ein ausgewiesenes Geotop - war Belohnung für die zusätzliche Mühe. Der Rückweg zum Scheinbergjöchl erfolgte mit ebenso großer Konzentration. 
Danach führt der Weg unter dem langestreckten Süd-Ostgrat entlang nach Norden und später mit einem kurzen Anstieg auf die Anhöhe unter den Ausläufern der Kesselwand im Westen der Doline. 
Hier wurde die verdiente Brotzeit unter den Eindrücken des umrahmten Kessels und dem kühn aufragenden Hasentalkopf gemacht. 
Die Wolken verdichteten sich inzwischen und nach ein paar Regentropfen, die man allerdings an einer Hand abzählen konnte, begannen wir den Abstieg zum Bäckenalmsattel. 
Bei dieser steilen Passage konnten die tollen Ausblicke auf den Geiselstein gar nicht genug genossen werden. Vom Bäckenalmsattel, der das Kenzengebiet vom Sägertal im Graswangtal trennt, gelangten die Wanderer dann auf einem entspannt zu laufenden Weg hinunter zur Kenzenhütte, die kurz vor 13 Uhr erreicht wurde. 
Auf der Terrasse dieser Traditionshütte konnten die vielen Eindrücke der Tour bei Kuchen, Suppe und saurem Käs‘ ausgetauscht werden. Die schließlich von der Hochplatte herab-ziehenden dunklen Wolken und der zunehmende Wind veranlasste uns zum Auspacken der Jacken und zum Aufbruch. 
Um 14:00 Uhr brachte uns dann der Kenzenbus bei einsetzendem, strömendem Regen sicher ins Tal. 
Eine erlebnisreiche und die Teilnehmer begeisternde Bergwanderung fand somit einen guten Abschluss. 
Ein herzliches Danke an alle Teilnehmer für das vertraute Miteinander und an Thomas für die exzellente Unterstützung.