Gruppenbild im Schnee  | © DAV Allgäu-Immenstadt

Grundkurs Eis - Taschachhaus

14.06.2026

Eiskurs 11.06.-14.06.2026

Leitung: Vincent und Matthias Hill

Anfang Mai trafen wir uns zum Kennenlernen und zur Vorbesprechung an unserer Kletterhalle. Hier wurde das bei den TN bereits vorhandene Material geprüft und die Guides gaben konkrete Ratschläge für Neuanschaffungen. Dazu wurden alle notwendigen Knoten vorgestellt und geübt.

Am 11. Juni trafen wir uns um 8.00 Uhr im hintersten Pitztal am Parkplatz des Taschachhauses. Eine Kaltfront hatte zuvor Schnee bis fast ins Tal hinterlassen. Nach dem Talhatsch und etwas feuchten Aufstieg zur Hütte stellte Vincent nach Bezug der Lager und kurzem Mittagessen das grobe Kursprogramm der vier Tage vor. Anschließend ging es im hinteren Tal zur Firnausbildung. Das Finden eines geeigneten Schneefeldes im verschneiten Blockgelände war nicht ganz einfach. Neben Auf- und Abstiegstechniken im Firn standen auch Sturz- und Rutschübungen mit unterschiedlichen Ausgangslagen an. Am Schluss wurde noch das Graben einen T-Ankers gezeigt und geübt, einschließlich einiger Ausreißversuche. Abends Wiederholung der Knotenkunde.

Der zweite Tag brachte dauernden Niederschlag. Nach der obligatorischen 3/4 Std. Zustieg zum Gletscher musste erst das geeignete Gelände gesucht werden. So wurde zuerst der Aufbau von 3er und 4er Seilschaften incl. Der notwendigen Bremsknoten geübt. Dann ging es hinauf zu einer kleinen Bruchzone, die das Gehen mit Steigeisen ermöglichte. Sämtliche Gehtechniken wurden demonstriert und geübt. Spannend, was die Eisen so hergeben… Dazu gehörte auch das richtige Einsetzen des Eispickels und das Setzen von Eisschrauben. In der Mittagspause gab es ausführliche Infos zu alpinen Notlagen. Ziemliche durchgefroren ging es am Nachmittag zurück zur Hütte

Tag 3 dann wieder trocken und erneut hinauf zum Gletscher. Gleich an dessen unterem Rand gutes Übungsgelände für die Spaltenbergung. So konnte jeder TN an jeder Position sowohl bei Mannschaftszug als auch bei der Losen Rolle entsprechend üben. In der Mittagspause gab es von Vincent ausführliche Infos zu Alpinen Notlagen. Danach konnte in einer Bruchzone in steilerem Eis geübt werden. Zurück an der Hütte stand nach dem Abendessen noch die Tourenplanung des nächsten Tages durch die TN an.

Am letzten Tag Frühstück um 4.00 Uhr, es stand ja am Ende noch die Heimfahrt an. Der Zustieg zum Sexegertenferner entpuppte sich schon im Tal als gute Orientierungsübung, machte doch der Schnee die Szenerie eher unübersichtlich. Eine gute Übung! Am Gletscherbeginn das Gelernte in die Praxis umsetzen: Die Seilschaft bilden, den Weg finden. Ziel war der Urkundsattel und ein Windkolk kurz oberhalb, den wir am Vortag ausgemacht hatten. Dort endlich unter realistischen Bedingungen mit steilem Abbruch, großer Schneelippe und „echtem“ Sturz (nein, nur Rutscher!) die Spaltenbergung. Perfekt. Nachdem wieder alle durch waren ging es auf unbekanntem Weg hinunter Richtung Taschachferner. Das teils sehr steile und unübersichtliche Gelände erforderte manch intensive Diskussion über den Weiterweg. Wir waren froh, dass noch so viel Schnee lag.

Zurück an der Hütte gab es eine kurze Feedback Runde, bevor es auf bekanntem Weg hinunter ins Tal und die lange Straße hinaus zum Parkplatz ging.

Bericht und Bilder: Matthias Hill