Weg  | © Merrath

Überschreitung Kreuzspitz und Kreuzspitzl

Überschreitung Kreuzspitz und Kreuzspitzl

Lange sah es so aus als hätte ich nur eine Teilnehmerin. Wenige Tage vor der Tour kamen doch noch drei Anmeldungen hinzu. Der Wetterbericht änderte sich auch Tag für Tag ein wenig, und zuletzt war eine geringe Schauerneigung angesagt.  Nachdem alle Mitfahrer pünktlich eingesammelt waren, ging es Richtung Hochgrieskar durch den Wald, und dann in endlosen Serpentinen auf das Schwarzenköpfl. Vor uns lag der imposante felsige Gipfelaufbau, der teilweise in leichter Kletterei überwunden wird. Wir lagen gut in der Zeit, aber im Westen hatten sich die Wolken bedenklich verdichtet. Nachdem wir letztes Jahr die Überschreitung abbrechen mussten, wollten wir es diesmal wagen. Die ersten Meter Richtung Kreuzspitzl sind gleich ein wenig ausgesetzt, und über einen großen Felsblock erleichtert eine Kette den Abstieg. Weiter ging es auf schmalen Pfadspuren in die Scharte vor das Kreuzspitzl hinab. Der „Weg“ ist nicht schwierig aber teilweise steil und geröllbedeckt. Kurz vor der Scharte hatte uns der Regen dann doch noch erreicht, und ein paar Hagelkörner waren auch dabei. Dadurch wurde die jetzt anstehende Schlüsselstelle nicht einfacher. Zunächst ging es über eine glatte Platte, die in trockenem Zustand völlig harmlos wäre. Dann eine kurze IIer-Stelle, die mit Umsicht und etwas Hilfe alle zuverlässig meisterten. Teils weglos und mit etwas Geröll ging es gut 100 Hm hinauf auf das Kreuzspitzl (in Österreich Kreuzspitze genannt), deren Gipfel nur duch eine Steinpyramide gekennzeichnet ist. Der Regen hatte inzwischen nachgelassen, aber ungemütlich kalt war es trotzdem, so dass wir uns zügig an den Abstieg machten. Im Sattel vor den Geierköpfen, wo wir wieder auf den markierten Weg stießen, legten wir dann eine Rast ein, und konnten uns der Regenklamotten entledigen. Der Abstieg hoch über dem steil eingeschnittenen Neualmbach zog sich dann noch ziemlich. Zunächst verliert man nur wenig Höhe, und es sind einige steile Bachtobel zu queren. Im Neualpwinkel erreichten wir schließlich das Neualpgries, ein langer Schuttstrom, dem wir fast einen Kilometer bis zum Parkplatz bei den sieben Quellen folgten. Glücklich über die gelungene anspruchsvolle Überschreitung, und inzwischen auch wieder trocken, ging es auf die Heimreise.

Leitung: Dieter Merrath, 4 Teilnehmer