Scheibum  | © DAV Allgäu Immenstadt
Scheibum Gruppe  | © DAV Allgäu Immenstadt

Wanderung Scheibum und Schleierfälle

16.07.2026

Bei besten Wetterbedingungen trafen sich 12 „Mittwochstourengänger“ des Alpenvereins Marktoberdorf ausnahmsweise an einem Donnerstag Mitte Juli mit Tourenguide Manfred zu einer spannenden Rundwanderung entlang der Ammerschlucht. 

Dieser einzigartige Naturraum mit geologischen und botanischen Attraktionen ist Heimat für viele Tierarten, wie Eisvogel, Uhu, Specht und auch Flussuferläufer, die auf den Kiesbänken der Ammer brüten. 
Die Ammerschlucht steht daher bis Peißenberg unter Naturschutz und erfordert Achtsamkeit und Rücksichtnahme bei der Begehung. 
Im Bewusstsein dieser Bedingungen machte sich die Wandergruppe vom Parkplatz am sog. Kammerl auf den Weg. Zunächst mit einem kurzen Abstecher zur Scheibum, einem Durchbruch, den sich die Ammer mit unaufhörlicher Beharrlichkeit durch den bis zu 80 m hohen Felsriegel geschaffen hat. Dieses Felsentor ist der Beginn einer 20 km langen, bis Peißenberg reichenden Schluchtlandschaft, entstanden aus den Ablagerungen eines Gletschers der Würmeiszeit. 
Das letzte Wegstück bis zu einer kleinen Aussichtsplattform erforderte etwas Trittsicherheit. 
Die wilde Kulisse und das Rauschen des Wildwassers faszinierte uns und es fiel schwer, sich von diesem Ort wieder zu trennen um die Wanderung fortzusetzen. 
Nach Überquerung der Ammerbrücke erfolgt ab dem Elektrizitätswerk Kammerl ein steiler Anstieg zum Hochufer der Ammer hinauf. Weiter wanderten wir in leichtem Auf und Ab über die waldige Ammerleite nach Norden. Durch die Bäume konnten wir die Tiefe der Schlucht erahnen. 
Vor einem Weidegatter zweigt rechts ein Steig zum Flußbett hinab, wo eine weitere Ver-zweigung nach rechts den Zugang zu den Schleierfällen ermöglicht. Mit dem gebotenen Abstand zu diesem Naturdenkmal (ein Betretungsverbot weist auf seine Sensibilität hin), 
lassen wir den Zauber dieser von dunkelgrünen Moosbärten bedeckten Tuffsteinterrassen auf uns wirken. Auch wenn aufgrund der vergangenen und langanhaltenden Trockenheit nur vereinzelte Tropfenkaskaden über die Moose rieselten, boten die bewachsenen Tuffsteinfelsen ein ausdrucksstarkes und mannigfaltiges Bild. 
Nach einem Gruppenfoto vor diesem Naturwunder ging es weiter und das Hochufer der Ammerschlucht war erneut zu erklimmen. Nachdem der ufernahe Weg aufgrund von Abbrüchen nicht mehr existiert, läuft die Wanderroute über Hergenwies nach Kreut, wobei auf ca. 600 m Länge eine Ortsverbindungsstraße benutzt werden muss. 
Von dem Weiler Kreut verläuft ein Forst- und Feldweg steil hinab zur Soier Mühle; kurz vor der ehemaligen Mühle passierten wir einen kleinen, ebenfalls mit Moos bewachsenen Tufffelsen, über den erstaunlich viel Wasser hinunter zur nahen Ammer plätscherte. 
Wir querten über den Holzsteg neben der Mühle die Ammer und stiegen über einen steilen Treppenweg wieder hinauf zum Hochufer. 
Dort angekommen eröffnete sich uns die bilderbuchhafte Voralpenlandschaft und wir genossen die verdiente Brotzeit. 
Danach wanderten wir entlang des teilweise bewaldeten, östlichen Hochufers der Ammer -vorbei an einem schönen Aussichtspunkt, der den Blick hinab zur Ammer freigibt - weiter bis zu einem weiteren, bergaufführenden Steiglein. Nun folgten wir einem kurzen Abstecher zum Böhmer Weiher, dessen idyllische Lage zu einer kleinen Pause einlud. 
Anschließend liefen wir weiter nach Süden, Richtung Achele, mit einem schönen und aus-sichtsreichen Blick auf die nördlichen Gipfel und Kämme des Ammergebirges mit der großen Klammspitze. Bald darauf erreichten wir das Gut Acheleschwaig und über das schmale Sträßlein den Ausgangspunkt der 14 km langen und über 380 Hm verlaufenden Wanderung. 
Zum Abschluss der eindrucksvollen Exkursion kehrten wir in einem Lechbrucker Eiscafe ein und tauschten uns über die vielseitigen Erlebnisse aus. 
Es hat wieder Freude bereitet, mit der gut gelaunten und aufgeschlossenen Gruppe unterwegs gewesen zu sein.   
 
(Bericht und Fotos Manfred Huber)