Ammergauer  | © DAV Allgäu Immenstadt

Ammergauer Höhenweg

Hitzesommer 2026, und dann in die Berge?

19.08.2026

1. Oberammergau - Kofel -  August-Schuster-Hütte

Im schattigen Wald auf bequemem Weg, und doch sind wir gleich schweißgebadet. Die leichte Kletterei auf den Felszahn des Kofel und ein leichtes Lüftchen am Gipfel tun uns gut. Zurück am Rucksackdepot laufen wir im kühlen Wald fast mühelos bis zur August-Schuster-Hütte. Schön gelegen knapp unterm Pürschling, die Terrasse mit Blick auf die hohen Berge im Süden. Eine Hütte zum Wohlfühlen, frisch renoviert und gut geführt vom jungen Frauenteam. Zeit, um die Aussicht zu genießen, Gipfel zu identifizieren und den Gemsen beim Grasen zuzuschauen.  

 

2. August-Schuster-Hütte – Brunnenkopfhaus am Pürschling

Ein leichter Tag macht es möglich, gemütlich zu wandern, den ein oder anderen kleinen Gipfel mitzunehmen, und einen Raben zu beobachten, der auf einem Gipfelkreuz sitzt, uns anschaut und krächzt und schaut und krächzt. Der Weg wechselt zwischen Wald und Wiesen und ab und zu streift uns ein sanfter Wind, so dass die Hitze erträglich ist. 

Im Brunnenkopfhaus ist der Betrieb eingeschränkt. Es gibt kein Wasser, die Quelle ist versiegt, und der Speicher fast leer. Abends stellt uns der Wirt einen Wasserkanister zum Zähneputzen hin, der für alle Gäste reichen muss. Statt Händewaschen wird nur desinfiziert, und das Klo ist ohnehin ein Trockenklo. Aber dafür gibt es nachmittags Berge von Kaiserschmarren, die man auch zu zweit kaum bewältigen kann.

Das Haus bräuchte wohl eine Renovierung, der Wirt macht einen abgekämpften Eindruck. Zum Wassermangel kommt die Bettwanzenthematik. Die Schlafsäcke kommen in die Mikrowelle, die Rucksäcke  bleiben draußen in verbeulten Schließfächern.

 

3. Brunnenkopfhaus – Klammspitze – Kenzenhütte

Ein einfaches Frühstück auf der Terrasse, die Wasserflaschen mit dem restlichen Trinkwasser aus dem Kanister gefüllt, dann starten wir Richtung Klammspitze. Schon der erste Anstieg mit der Sonne im Rücken bringt uns zum Schwitzen. und die Kletterei am Grat, mal mit, mal ohne Stahlseile gesichert, braucht Kraft und Konzentration. Oben am Gipfel schweift der Blick Richtung Wetterstein und Lechtaler Alpen im Süden, und auf der anderen Seite übers Land zum Ammer- und Starnberger See. Abwärts steigen wir einen langen Grat entlang, dann über Wiesen und ein Hochmoor voller Heidelbeersträucher. Es ist heiß, die Sonne brennt, nur ab und zu weht ein leichter Wind. Auf der Kenzenhütte angekommen, gibt es alles:  Volksmusik live, Weißbier, Radler, sauren Russ. Und Wasser!  Was für ein Vergnügen, sich wieder waschen zu können! Die einen unter der warmen Dusche, die anderen laufen eine halbe Stunde hinab zum See und genießen das Bad im kühlen Wasser.

 

4. Kenzenhütte – Hochplatte –Kenzenhütte

Zuerst im Wald, dann mit brennender Sonne steil bergauf, dann im Schatten unter der mächtigen Kalkwand der Hochplatte entlang. Anstieg zum „Fensterl“ und weiter den Grat hinauf über ein paar knifflige Passagen zum Gipfel.  Sieben Frauen sind glücklich, den höchsten Punkt der Wanderung mit 2082 m erreicht zu haben, blicken zurück zu den Bergen der vergangenen Tage, hinüber zu den Lechtaler und Tannheimer Bergen und hinab zum Geiselstein und zu den Füssener Seen. Über ein Karstgelände mit Höhlen und Löchern wie am Gottesackerplateau führt der Weg bergab. In den Senken steht blauer Eisenhut mit stattlichen 1,5 m Höhe, und auf den Wiesen  blühen Silberdisteln und Schwalbenwurzenzian. Der Herbst beginnt …

Wir kehren noch einmal in der Kenzenhütte ein und fahren mit dem Schuttlebus hinab nach Halblech. 

 

Dank an Dagmar, die alles so gut vorbereitet hat und uns sicher und gelassen über die Berge geführt hat. 

Und die Hitze? War gar nicht so schlimm!

10. – 13. August 2026      

Leitung:  Dagmar Franz

Fotos: Teilnehmerinnen

Text: Maria Ritter