Fels Kletterei  | © DAV Allgäu Immenstadt
Fels Kletterei  | © DAV Allgäu Immenstadt

Kletterwoche in der Sächsischen Schweiz

06.06.2026

Alle zwei Jahre biete ich gemeinsam mit meiner Frau Dagmar eine Ausfahrt in das Elbsandsteingebirge an. Zu Leuten, die schon mehr als fünf Mal dabei waren gesellten sich diesmal wieder paar interessierte Neulinge.

 

Untergebracht waren wir im Gasthof „Heiterer Blick“ in Altendorf, also ziemlich zentral in Nationalparknähe und mit toller Aussicht auf unsere Gipfelziele. Zum Eingewöhnen ging es am ersten Tag in das Rathener Felsengebiet. In bereits aus den Vorjahren bekanntem Gelände trauten sich auch die „alte Hasen“ den Vorstieg, so dass fleißig geklettert werden konnte. Am Ende waren alle rechtschaffen müde und gleichzeitig beeindruckt von den faszinierenden Felsformationen mit ihren unzähligen Klettermöglichkeiten. Die nächsten Tage ging es immer wieder in neue Gebiete und die „Neulinge“ wurden immer mutiger und wagten den Vorstieg, in den von mir vorher abgesicherten Routen. Einen halben Schlechtwettertag nutzten sowohl die Kletterer als auch die Wanderer zu Ausflügen auf die Festung Königstein und die Burg Stolpen. Ein Höhepunkt der Woche war die Besteigung des Falkensteins über den Schusterweg. Angegeben mit der Schwierigkeit III sollte die recht eindrückliche Tour doch einiges von uns abverlangen. Schlüsselstelle der Tour ist der „Untere Reitgrat“, eine von der Wand abgespaltenen Felsrippe, auf die man nur über einen engen Spalt mit überhängendem Einstieg kommt. Da Oscar Schuster diese Route bereits 1892 entdeckte und durchstieg, ist dieser abdrängende Spalt über die Jahrhunderte recht glatt gescheuert und so mancher Bluttropfen klebt dran. Ich selbst habe die Tour mit meinem Vater schon als Kind geklettert und auch später noch einige Male. Diesmal hatte aber auch ich einige Probleme, zumal Regen einsetzte und der Fels noch rutschiger wurde. Mit Aufbringen meiner letzten Kräfte konnte ich meine alterssteifen Knochen über das Hindernis wuchten und zum Gipfel aussteigen, in dem Bewusstsein, dass hier einige Nachfolger in Schwierigkeiten kommen werden. Inzwischen regnete es recht gleichmäßig und ich richtete mich auf einen längeren Aufenthalt ein.

Es sollte auch nicht lange dauern und mein Nachsteiger hing völlig entkräftet im Spalt fest. Nach seinen Worten „unmöglich, dass er jemals da hochkommt.“ „Er wolle nur noch runter“, waren seine Worte. Unmöglich, wie ihm auch zwei einheimische Kletterer, die inzwischen zu uns aufgeschlossen hatten, ihm eröffneten. Sie rieten den anderen meiner Truppe den armen Teufel mittels „Baustelle“ zu unterstützen. Also kletterte einer aus unserer Gruppe zum Blockierten in den Spalt und ließ ihn auf seine Schultern steigen. Letztendlich kam mein Nachsteiger völlig verausgabt und nach Atem ringend bei mir an. Er brachte 15 Minuten kein Wort heraus.

Alle anderen hatten zwar auch ihre Mühe konnten der Situation aber gelassener begegnen.

Spätestens am Nachmittag oder Abend kehrten wir gemeinsam mit der Wandergruppe ein und gaben uns kulinarischen Köstlichkeiten (z.B. Schwedeneisbecher) sowie sächsisch/böhmischen Brauspezialitäten hin.

Bericht/Bilder und Tourenleitung  : Gerald Franz