Zillertal  | © DAV Allgäu-Immenstadt
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Zillertaler Alpen Südseite

16.07.2026

Ziel waren die Südanstiege auf die großen Zillertaler Gipfel. Wir hatten nur die Rechnung ohne den Wirt, in diesem Falle den Klimawandel, gemacht.

Die noch kärglich vorhandenen Gletscherreste haben sich von den Südseiten Normalwegen fast komplett zurückgezogen, so dass die Gipfel Hochfeiler, Hoher Weiszint und Großer Möseler mittlerweile ohne Schneekontakt zu erreichen sind.

Vom Nevesstausee ging es am ersten Tag gemütlich hinauf zur Chemnitzer Hütte. Die versprüht noch den Charme des ancien cielcle, besitzt dafür aber für Männlein und Weiblein insgesamt nur je ein WC - spannend am Morgen, wenn alle aufbrechen… Erstes Ziel war der Große Möseler. Zuerst eine gute Stunde Wanderweg, dann eine schier endlose Moräne hinauf zu Gletscherschliff. Dort zum ersten Mal der Blick auf den weiteren Aufstieg. Der steile Zustieg zur Scharte zwischen den Gipfeln gleicht einer aufgestellten Geröllhalde mit losen Steinen jeder Größe. Hier war eine geschickte Routenwahl nötig. Von der Scharte in Blockkletterei hinauf zum Gipfel, den wir für uns ganz allein hatten und so das umfassende Panorama genießen konnten. Dieser interessante Aufstieg bot die gute Gelegenheit, mit den Teilnehmern Wegfindung und Taktik ausführlich zu diskutieren. Entsprechend vorsichtig gestaltete sich der Abstieg. Der Weiterweg erfolgte dann über den Neveser Höhenweg zur Edelrauthütte. Wohl alle hatte die Länge und die zahlreichen Gegenanstiege völlig unterschätzt! Nach 10 Stunden waren endlich alle auf der Edelrauthütte angekommen.

Aufgrund der unsicheren Wetterlage wurde entschieden, anstelle des Hochfeilers die kürzere Tour auf den Hohen Weiszint zu unternehmen, sollte es doch bereits mittags Niederschlag geben. Erst über den Weg, dann den dort harmlosen Gletscher ging es hinauf zum Gipfel. Angesichts der aufziehenden Wolken gab es nur einen kurzen Gipfelaufenthalt. Ein kleiner Teil der Gruppe folgte dann dem leichten Klettergrat, was eine interessante und lehrreiche Abwechslung bot. Die anderen Teilnehmer gingen auf dem Aufstiegsweg zurück Richtung Hütte. Kurz vor Einsetzen des Regens erreichten wir die Unterkunft.


Angesichts der Wetteraussichten war eigentlich klar, dass die Tour auf den Hochfeiler nicht zu verantworten war. Wir machten in Sachen Storno einen Deal mit dem Hüttenwirt und stiegen einen Tag früher zurück ins Tal.

Bericht und Bilder: Matthias Hill